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Gerade hat der amerikanische Republikaner Graham noch Kiew besucht, im November hat er sich erneut zur Wahl stellen wollen. Nun ist der langjährige Senator überraschend gestorben. Der amerikanische Präsident Donald Trump hat einen Verbündeten verloren. Imago (dpa) Der langjährige republikanische Senator und Trump-Verbündete Lindsey Graham ist tot. Er sei am Samstagabend nach einer kurzen und schweren Krankheit gestorben, ist auf seinen Profilen auf X und Facebook in einer Mitteilung seines Büros zu lesen gewesen. Graham hatte am Donnerstag seinen 71. Geburtstag gefeiert. NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan. Bitte passen Sie die Einstellungen an. Wie überraschend sein Tod gekommen ist, macht insbesondere sein voller Terminkalender deutlich. Gerade hat er noch dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski in Kiew die Hand geschüttelt, für heute ist ein Interview im amerikanischen Fernsehen geplant gewesen. Bei den wichtigen Midterms im November hat er für eine fünfte Amtszeit im Senat antreten wollen. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte ihm dafür seine «uneingeschränkte und volle Unterstützung» ausgesprochen. «Senator Lindsey Graham, einer der grossartigsten Menschen und Senatoren, die ich je gekannt habe, ist gestorben!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, kurz nachdem sich die Nachricht in der US-Nacht verbreitet hatte. «Er war immer am Arbeiten und war ein wahrer amerikanischer Patriot. Lindsey wird uns sehr fehlen!!!» Graham hat den amerikanischen Gliedstaat South Carolina ab Mitte der neunziger Jahre zunächst im Repräsentantenhaus vertreten. 2003 hat seine erste Amtszeit als Senator begonnen. Er hat als erfahrener Aussenpolitiker gegolten und hat sich bis zuletzt mit den grossen Konfliktherden beschäftigt. Vor wenigen Tagen hat er der Ukraine die Botschaft überbringen können, dass das Weisse Haus ein neues Sanktionsgesetz unterstütze. In Iran hat er sich für einen Machtwechsel ausgesprochen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Graham in diesem Zusammenhang bei der Münchner Sicherheitskonferenz gelobt, «weil er gesagt hat, dass dieses Regime verschwinden muss». Mit welchem Selbstverständnis Graham Politik gemacht hat, ist direkt im ersten Satz zu seiner Biografie auf seiner Website deutlich geworden. «Lindsey Graham hat sich den Ruf als konservativer Problemlöser und als einer der entschiedensten Verfechter einer starken Landesverteidigung erworben», hat es dort geheissen. Graham hat sich 2002 erstmals einen Sitz im Senat gesichert und hat die Wiederwahlen in den Jahren 2008, 2014 und 2020 gewonnen. Zuletzt ist er der Vorsitzende des Haushaltsausschusses in der Kongresskammer gewesen. «Auf beruflicher Ebene bin ich stolz darauf, von Anfang an dabei gewesen zu sein, als Präsident Trump - allein durch seine Willenskraft - das grösste politische Comeback in der amerikanischen Geschichte geschafft hat», hat Graham im vergangenen Jahr auf der Plattform X geschrieben. «Auf persönlicher Ebene schätze ich unsere Freundschaft sehr. Er ist ein grossartiger Golfpartner, den ich bisher noch nicht habe schlagen können.» Doch Donald Trump und Graham sind nicht immer so gut befreundet gewesen. Als damalige Konkurrenten im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner hat Graham 2015 öffentlich harsche Kritik an Trump geübt. Trump sei ein «rassistischer, fremdenfeindlicher, religiöser Fanatiker», der nicht die Werte der Republikanischen Partei vertrete, hat Graham beim Sender CNN gesagt. «Wissen Sie, wie man Amerika wieder grossartig macht? Sagen Sie Donald Trump, er soll zur Hölle fahren.» Nach der Wahl des amerikanischen Präsidenten Donald Trump haben sich die beiden Männer aber angenähert. Insbesondere regelmässige Treffen zum Golfspielen hätten dazu beigetragen, hat es in der «New York Times» geheissen. «Lindsey ist früher ein grosser Feind von mir gewesen, und jetzt ist er ein guter Freund von mir», hat Trump 2018 während einer Pressekonferenz gesagt. «Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber ich mag ihn wirklich sehr.» Trotzdem hat Graham immer wieder Meinungsverschiedenheiten mit Donald Trump geäussert. 2021 hat er nach der Erstürmung des amerikanischen Kapitols durch dessen Anhänger mit ihm gebrochen. Graham hat zwar selbst über Wochen den Wahlsieg des Demokraten Joe Biden nicht anerkannt - mit Blick auf die Versuche Donald Trumps und seiner Anwälte, Zweifel an der Rechtmässigkeit der Wahl zu verbreiten, hat er nach den Krawallen im amerikanischen Parlament aber gesagt: «Der Präsident muss verstehen, dass sein Handeln das Problem war, nicht die Lösung.» Endgültig ist der Bruch nicht gewesen - und Graham hat schliesslich die erneute Präsidentschaftskandidatur Donald Trumps unterstützt. Die Medien haben Grahams Äusserungen genau verfolgt. Wann immer ein Hauch von Kritik in politischen Fragen zu erkennen gewesen ist, ist Graham die Aufmerksamkeit sicher gewesen. In den meisten politischen Fragen ist er aber in den vergangenen Jahren der Linie Donald Trumps gefolgt. Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Graham zu den Republikanern gehört, die sich für ein stärkeres Vorgehen gegen Russland eingesetzt haben. Der ukrainische Aussenminister Andri Sibiha hat sich erschüttert über Grahams Tod gezeigt und hat erklärt, dessen Führungsstärke, Überzeugung und sein unerschütterliches Engagement für die Ukraine würden niemals in Vergessenheit geraten. Der jüngste Ukraine-Besuch sei Grahams zehnter gewesen, hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski mitgeteilt. Die Videoaufnahmen aus Kiew, wo der Senator die Unterstützung des Weissen Hauses für ein neues Sanktionspaket gegen Russland verkündet hat, gehören zu den letzten Bildern von Graham. Auch das Wiedersehen mit Selenski ist festgehalten worden, der dem Senator zum Geburtstag gratuliert und gefragt hat: «Wie geht es Ihnen?» Graham hat geantwortet: «Älter. Älter. Aber nicht klüger.» Valentyn Ogirenko / ReutersGraham war ein prominenter republikanischer Senator.
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Trump: «einer der grossartigsten Menschen»
«Konservativer Problemlöser»
Von Trumps Kritiker zum guten Freund
Höhen und Tiefen
«Älter. Aber nicht klüger»
Ein Bild vom Freitag: Senator Lindsey Graham redet bei seinem Ukraine-Besuch mit den Medien.