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Wenn KI-Agenten Firmen gründen

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Von der Idee bis zur Gründung einer Firma ist es oft ein steiniger Weg. Das Wiener Start-up Last Loop hat eine KI-Lösung entwickelt, die Gründern auf dem Weg zur eigenen Firma unter die Arme greifen will. Das System soll ihnen bei der Entwicklung von Geschäftsideen helfen und auch mit passender Software für Geschäftsprozesse aufwarten. 

Die agentische KI baue alles auf, was Menschen mit einem Computer machen können, und kann es autonom betreiben. Es lerne selbstständig dazu, sagt Clemens Grünberger, der das Start-up gemeinsam mit fünf Mitstreitern gegründet hat: „Im Endeffekt entsteht ein komplettes Business."

„Einstiegshürde sinkt"

Den Anspruch, den Grünberger stellt, ist groß. Er spricht von einer „Demokratisierung des Unternehmertums". Gründerinnen und Gründer seien durch KI-Agenten in der Lage, Dinge zu tun, für die sie sonst mit einem Vielfachen an Kapital ausgestattet sein müssten. Gerade für kleine Firmen sei das ein Segen. „Man muss nicht mehr viel Geld in die Hand nehmen, um eine Idee umsetzen zu können. Die Einstiegshürde sinkt drastisch."

Für einen Freund, der Gitarren aus seiner Sammlung verleihen wollte, habe Last Loop testweise eine funktionierende Website gebaut, über die Menschen, die spezielle Gitarren ausleihen wollen, mit Menschen, die solche Gitarren besitzen, zusammengebracht werden, erzählt Grünberger. Auch die Bewerbung des Dienstes in Online-Netzwerken hätte das agentische System besorgt. „Im Idealfall hat man in der Früh eine Idee und am Abend kommen die ersten Umsätze rein."

Last-Loop-Gründer Clemens Grünberger.

Letztlich werden solche KI-Agenten auch zu einer breiteren Palette an Services führen, ist der Gründer überzeugt: „Viele haben sich früher nicht ausgezahlt, weil sie zu teuer waren." Neben Firmengründern will das Start-up auch bestehende Betriebe ansprechen und ihnen dabei helfen, Verwaltung und Abläufe  zu vereinfachen.

Mit KI-Agenten, die  mehrere Arbeitsschritte selbstständig ausführen können, sorgte zuletzt der österreichische Entwickler Peter Steinberger für Aufsehen. Sein Projekt OpenClaw stellt einen Baukasten für solche Agenten zur Verfügung. Genutzt werden sie vom Organisieren des Alltags bis hin zu geschäftlichen Abläufen. Auch Bier wurde mit dem System bereits gebraut.

Sicherheitsfragen

Wie das Beispiel von OpenClaw zeigt, sind agentische KI-Systeme fehleranfällig und bergen Sicherheitsrisiken. Sind solche Systeme für den Einsatz in Unternehmen bereit? Die Verantwortung, inwieweit man ein solches System zulasse, liege bei den Unternehmen. Sie können verschiedene Sicherheitsstufen festlegen, gewisse Dinge abschotten oder Ausgabenlimits festlegen, so der Gründer. 

An agentischen KI-Systemen arbeiten auch große IT-Konzerne von Oracle bis Microsft. Jensen Huang, der Chef des KI-Chip-Primus Nvida, ließ vor Kurzem die Besucher der Hausmesse Nvidia GTC wissen, dass künftig wohl jedes Unternehmen eine Strategie für agentische Systeme brauche. Nvidia selbst entwickelt ebenfalls gerade eine unternehmenstaugliche Agentenplattform. 

Finanziert wird das Start-up vorerst aus eigenen Mitteln. Externe Investoren sind bisher nicht an Bord. Geld verdienen will es mit Abo-Modellen. Abgerechnet werden soll nach der Anzahl der Agenten, die zum Einsatz kommen. Sie können Aufgaben auch gemeinsam erledigen. 

Welche Tätigkeiten werden bei dem Start-up selbst von dem System erledigt? „Wir arbeiten mit sechs Leuten so,  als wären wir ein Team von 20", erzählt Grünberger, der davor bei einem Start-up in den Niederlanden tätig war und auch Satellitendaten für die Weltraumagentur ESA ausgewertet hat. 

Was bedeutet das für den Arbeitsmarkt? Es werde genügend Arbeit geben, es werde  aber auch eine viel bessere Qualität der Dienste geben, sagt Grünberger. Er geht davon aus, dass die agentischen Helfer  den Druck auf Unternehmen steigen lassen. „Niemand wird bei einer Anfrage noch Antwortzeiten von drei Tagen akzeptieren." 

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