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paPublikumsliebling Thomas Mraz: „Eine Pointe muss nicht derb sein"

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Ironisch, witzig, vielseitig: Thomas Mraz ist ein Publikumsliebling, ob im Theater oder im Film. Im Kino spielte er zuletzt im enorm erfolgreichen „Aufputzt is'". Und mit „Mraz first!" feierte heuer sein erstes Solo-Kabarettprogramm Premiere und begeisterte Publikum wie Kritiker.

Am 12.9. wird er mit Auszügen daraus auch bei der KURIER freizeit.live für Lacher sorgen.

Es schien überfällig, aber ein Solo-Kabarett hat auf sich warten lassen. Was hat Sie so lange zögern lassen?

thomas Mraz: Ich war unsicher, ob das wirklich auf Interesse stößt. Dabei haben mich Michael Niavarani oder Klaus Eckel, mit denen ich in ihren Kabaretts aufgetreten bin, immer dazu ermuntert. Den letzten Anstoß dazu gab dann die Rolle des Frosch in der „Fledermaus" am Linzer Landestheater vor zwei Jahren.

Inwiefern?

Ich habe den Auftrittsmonolog stets tagesaktuell angepasst. So habe ich meinen Zugang und ein Kernthema gefunden. Dann habe ich mir mit dem Solo zu meinem 50er selbst ein Geburtstagsgeschenk gemacht.

Wie ist Ihr Zugang zum Kabarett?

Ich mag intelligenten Humor, und ich versuche, ohne Kraftausdrücke auszukommen. Eine Pointe muss nicht derb sein. Ironie kommt vor Bissigkeit. Es geht viel auf meine Kosten, aber das ist gut. Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn manche öfter über sich selber lachen könnten und sich nicht so wichtig nehmen würden.

Sie wollten nie auf Komödie reduziert werden. Woher kam diese Sorge?

Ich wollte nie in eine Schublade gesteckt werden. Und musste oft an meine Schauspiellehrerin Elfriede Ott denken: Als Volksschauspielerin enorm beliebt und erfolgreich, gleichzeitig hat sie sehr darunter gelitten, dass sie Rollen wie in Tschechows „Möwe" oder Goethes „Faust" nie spielen durfte. Es ist mein Traum, gleichermaßen in Dramen, Komödien und Kabarett zu arbeiten. Josef Hader oder Erwin Steinhauer gelingt das.

Wie nah dran ist Ihr Programm am Mensch Mraz, oder zeigen Sie eine Kunstfigur?

In jeder Anekdote steckt ein Kern Wahrheit. Ich sage immer: Es ist alles wahr, aber nicht alles passiert. Oder: noch nicht. Wenn mich Leute nach der Vorstellung nach dem Echtheitsgehalt fragen, antworte ich, auch David Copperfield verrät ja nicht, wie er es geschafft hat, die Freiheitsstatue zum Verschwinden zu bringen.

Über was darf das Publikum lachen?

In der ersten Halbzeit geht es viel um meinen Werdegang, in der zweiten dann um das Hauptthema, den steigenden Egoismus als Kernproblem unserer Gesellschaft.

Erleben Sie die schönen Seiten des Lebens - live und in vollen Zügen! 

Freitag, 11. September (12-18 Uhr), und Samstag,  12. September (11-17 Uhr), in der Wiener Hofburg, Heldenplatz, 1010 Wien. Jetzt Tickets sichern auf freizeitlive.at Zu jedem Tickt gibt es für die Besucher außerdem ein Goodie-Bag. Nur solange der Vorrat reicht.

Betreiben Sie Gesellschaftsanalyse?

In homöopathischer Dosis! Der schlimmste Finger im Kabarett ist der Zeigefinger. Und wenn, dann sollte er auf einen selbst zeigen. Das beherzige ich. Wenn man den Leuten die Welt erklärt, ist das schnell unsympathisch. Wir werden ohnehin alle genug mit Vorschriften zugekübelt.

Dennoch fällt auf: Jeder will der Erste sein - koste es, was es wolle.

Man fragt sich, wo die moralischen Instanzen sind. Was vorgelebt wird, ist: Du musst es zumindest versuchen, dir einen Vorteil zu verschaffen. Wirst du erwischt , hast du Pech gehabt, aber wenn du es gar nicht erst probierst, bist du ein Trottel. Vielleicht hat das Recht des Stärkeren immer schon gegolten, und es war nur besser kaschiert. Aber ich habe das Gefühl, das hat sich massiv verschlechtert.

Sie spielen in „Aufputzt is'" den besten Freund von Gery Seidl. Der Film war ein Riesenerfolg. Kommt eine Fortsetzung?

Nicht direkt, aber Gery und ich schreiben an einem Film, in dem wir beide mitwirken, aber mit anderen Figuren. Über drei Paare, die zusammen für ein Wochenende in den Urlaub fahren, im Zuge dessen die Damen und Herren für eine Nacht getrennt verbringen. Es geht um Familie, Freunde und das Älterwerden und dass mit 50 noch nicht alles vorbei ist. Es macht uns gerade einen Riesenspaß, das Drehbuch zu schreiben und wir lachen sehr viel.

Über Alexander Kern

Geboren in Wien, war Chefredakteur verschiedener Magazine und stand im Gründungsteam des Seitenblicke Magazins des Red Bull Media House. 12 Jahre Chefreporter bzw. Ressortleiter Entertainment. Schrieb für 110%, das Sport- und Lifestyle-Magazin von Die Presse. Seit 2020 Redakteur der KURIER Freizeit mit Reportagen, Kolumnen, Texten zu Kultur, Gesellschaft, Stil, Reise und mehr. Hunderte Interviews, von Beyoncé und Quentin Tarantino über Woody Allen und Hugh Grant bis Jennifer Lopez und Leonardo DiCaprio sowie in der deutschsprachigen Kulturszene. Reportagen vom Filmfestival Cannes bis zur Fashionweek Berlin. Schreibt im KURIER jeden zweiten Dienstag die Kolumne „Alexanders Showtime". Liebt Kino, Literatur und Haselnusseis.

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