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Statt Vogelgezwitscher ist im Fritz-Imhoff-Park in Mariahilf am Vormittag ein mechanisches Surren zu hören. Entlang der Wege steht bereits ein grüner Zaun, Arbeiter sind mit einem Schleifgerät beschäftigt, um die neuen Tore an den Eingängen zum Park zu montieren. Der Großteil der Einzäunung steht - die angekündigte Nachtsperre rückt damit sichtbar näher. Mit der Maßnahme möchte der Bezirk Mariahilf die angespannte Situation rund um den Park nahe der U6-Station Gumpendorfer Straße verbessern. Offenes Dealen, nächtlicher Lärm und Sicherheitsbedenken beschäftigen Anrainer seit Monaten. Dazu kommt, dass sich das Suchthilfezentrum Jedmayer nur wenige Gehminuten vom Park entfernt befindet. Immer wieder halten sich obdachlose und suchtkranke Menschen im Park auf. Für viele Anrainer ein großes Problem, insbesondere, weil sich im Park auch ein großer Kinderspielplatz befindet. Ein rund 100 Meter langer und teils bis zu 2,4 Meter hoher Stahlgitterzaun soll ab dieser Woche Abhilfe schaffen. Künftig kann der Fritz-Imhoff-Park nur noch tagsüber über drei verschließbare Tore betreten werden. Über drei neue Tore soll man tagsüber den Fritz-Imhoff-Park betreten können. Begonnen wurde mit den Arbeiten bereits vor Ostern, fertig soll man noch diese Woche werden. Ab dann wird der Park nachts geschlossen sein. Eine private Sicherheitsfirma übernimmt das tägliche Zusperren bei Einbruch der Dunkelheit sowie das morgendliche Öffnen der Tore. Die Kosten für Zaun, Tore und Organisation belaufen sich auf rund 64.000 Euro und werden vom Bezirk getragen. Die neue Mariahilfer Bezirksvorsteherin Julia Lessacher (SPÖ) kündigte bereits im Zuge ihrer Angelobung Ende Februar an, dass der Park in der Nacht gesperrt wird, „um dadurch eine Erleichterung für die Anrainer zu bringen". Die Opposition sieht die neue Maßnahme zwar als notwendigen Schritt an, übt aber dennoch Kritik. Ihrer Ansicht nach sei erst durch massiven politischen Druck Bewegung in die Sache gekommen. Außerdem sehen die beiden ÖVP-Bezirksparteiobmänner Gerhard Hammerer aus Mariahilf und Felix Ofner aus Rudolfsheim-Fünfhaus in der Parksperre keine ausreichende Lösung für das Grundproblem rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße. Die Volkspartei fordert weitergehende Maßnahmen durch die Stadt, darunter eine Alkoholverbotszone rund um die Station, Videoüberwachung sowie eine Schutzzone im Bereich des Fritz-Imhoff-Parks. Dass das in anderen Teilen Wiens möglich sei und in Mariahilf nicht, können die Anrainer laut den beiden Bezirksobmännern nicht nachvollziehen. „Den Anrainern wurde ein umfassendes Maßnahmenpaket versprochen. Zuerst zu Weihnachten, dann zu Ostern, passiert ist nichts", erklären Hammerer und Ofner. Bereits vergangenes Jahr wurde ein Sicherheitsgipfel für die Drogenproblematik rund um die Gumpendorfer Straße angekündigt. Stattgefunden hat ein solcher bisher jedoch nicht. Die Landespolizeidirektion Wien erklärt auf KURIER-Nachfrage, dass zwischen ihr, der Stadt Wien und der Bezirksvorstehung Mariahilf sowie verschiedenen anderen Stakeholdern dauernd Gespräche rund über die Thematik laufen. Auch das Büro des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig (SPÖ) bestätigt, dass sich die Pläne für das angekündigte Maßnahmenpaket in der finalen Phase befinden. Das Paket soll noch im Lauf des Aprils vorgestellt werden, wird erneut bekräftigt. Außerdem soll es noch bis zum Anfang der Sommerferien eine Anrainerversammlung im Haus der Begegnung geben, kündigte die Bezirksvorstehung Mariahilf an. Dort sollen weitere Anliegen der Anrainer besprochen werden.Bezirk zahlt 64.000 Euro
Maßnahmen im April